Toleranzgespräche 2026 proben Widerstand: Wie umgehen mit falscher Politik, Unrecht und vermeintlicher Ungerechtigkeit? Die Europäischen Toleranzgespräche im Kärntner Bergdorf Fresach befassen sich 2026 mit Fragen des Widerstands gegen falsche Politik, Unrecht und Ungerechtigkeit. Eröffnet wird die traditionelle Dialogwoche vor Pfingsten mit einem GehDENK-Konzert am 17. Mai aus Anlass des 100. Geburtstages von Ingeborg Bachmann, die zeitlebens gegen die „herrschenden Verhältnisse“ anschrieb. An dem dichten Debattenprogramm nehmen über 40 Expert/innen aus Philosophie und Religion, Wirtschaft und Wissenschaft teil.
„Widerstand und Verantwortung“, so der Titel der Toleranzgespräche vom 17. bis 24. Mai 2025, sind Begriffe, die im politischen Leben unserer Zeit sehr häufig zitiert, aber kaum in Zusammenhang gebracht werden. Nach den vergleichsweise ruhigen Jahren der Prosperität, der Globalisierung und des weltweiten Wachstums stehen wir aktuell vor einer turbulenten und ja, kriegerischen Phase des globalen Strebens um Macht und Einfluss, deren Konsequenzen noch gar nicht absehbar sind. Da braucht es oft gute Nerven und Widerstandsfähigkeit, um nicht von den Ereignissen überrollt zu werden.
Widerstand gegen Unrecht und Ungerechtigkeit muss nicht zwingend gewalttätig sein, in demokratischen Systemen gibt es dafür eingespielte Prozesse. Doch wenn die Demokratie selbst bedroht ist, kann Nachgeben oder sogar Unterwerfung keine Antwort sein. Die jüngere Geschichte Österreichs und Europas hat gezeigt, dass die Sicherheit seiner Bürger nur durch eine starke und einige Gemeinschaft gewährt ist, die sich gegen Bedrohungen von innen und außen zu verteidigen weiß. Wenn Widerstand nötig ist, dann mit Verantwortung und Weitsicht. Das kann man lernen, dazu lädt der Veranstalter „Denk.Raum.Fresach“ (DRF) ein.
Die Europäischen Toleranzgespräche finden seit 2015 alljährlich zu Pfingsten statt und behandeln gesellschaftliche Entwicklungen und politische Bildung zu Fragen der sozialen Integration, Demokratie und Menschenrechte. Die Gespräche haben ihren Ursprung in den Fresacher Schriftstellertagungen, die von 1972 bis 1996 unter der Ägide des Kärntner SchriftstellerInnenverbands (KSV) stattfanden. Die Veranstaltungen werden live aufgezeichnet und auf fresach.org, YouTube und Facebook gestreamt.
DENK.RAUM.FRESACH Dr. Wilfried Seywald | Pressekontakt Anmeldung: presse@fresach.org
Die Toleranzgespräche starten am 17. Mai um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Fresach mit einem Geh.DENK-Konzert – zur Aufführung kommt das Kärntner Requiem/Koroški rekviem „Über den Sternen / Nad zvezdami“ von Hannes Benedikt (Satz), Hermann Fritz, Ivana Kampuš, Sepp Ranacher und Claudia Rosenwirth-Fendre.
Bereits im März 2024 wurde das Kärntner Requiem in Sagritz mit großem Ensemble konzertant uraufgeführt – nun erlebt es in Fresach mit Claudia Rosenwirth und Ivana Kampuš als Geh.DENK-Konzert seine Premiere – mit Texten der bedeutenden österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann aus Anlass ihres 100. Geburtstags.
Danach diskutieren Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, EU-Insider Hatto Käfer und Schüler:innen aus Kärnten über über Spielregeln GEGEN die digitale Welt. Die Veranstaltung wird von Anna-Christina Magnet (ORF) moderiert.
Im Anschluss, um 17 Uhr, beginnt das KSV-Literaturforum. Thema diesmal: Wo Gefahr ist, wächst auch das Rettende – Über die Bedeutung des Widerstands durch Worte und die Verantwortung der Sprache. Gerhard Ruiss, Anna Baar und Antonio Fian werden eigens für diesen Abend verfasste Texte lesen und zum Thema „Widerstand und Verantwortung“ diskutieren.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.